Tim am Mittwoch, den
4. März 2009

Jeder Trend hat seine Gegenbewegung. Und auch die schon länger andauernde Tendenz zu „Bio“ und bewusster Ernährung lädt so Manchen zur demonstrativen Verweigerung ein. Im TV sind die Bouleverdmagazine voll von Rekordschnitzeln und XXL-Portionen und im Internet hat sich geradezu eine Szene formiert. Auf Seiten wie Super Size Meals oder This Is Why You’re Fat werden Rezepte und Fotos von wahrhaft monströsen Gerichten zusammengetragen. Da wird mit Kalorien, Cholesterin und Acrylamid geprotzt, als wären es die Pferdestärken eines Supersportwagens.
Die oben gezeigte Bacon Explosion (Ein Speck-Geflecht, gefüllt mit Hackfleisch und Geschnetzeltem)Â ist besonders populär, jedoch auch eher ein vergleichsweise harmloses Einsteiger-Rezept. Die wirklichen harten Fälle dürften bei vollständigem Verzehr schlichtweg tödlich sein, aber eben auf eine irgendwie spaßige Art. Diese Kalorien-Atombomben sind geradezu pornografisch inkorrekt und die Kreativität, mit der versucht wird, möglichst viele ungesunde Zutaten auf einen Teller zu bekommen, ist oftmals bewundernswert. Hier ein paar Appetitmacher:
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Tim am Samstag, den
28. Februar 2009

Die Wurst des Monats Februar 09, Michael Phelps, wird präsentiert von geräucherter Entenbrust aus dem Hause Edouard Artzner. Der Schwimmstar machte sich Anfang Februar für jedermann zur Wasser-Pfeife, als Fotos auftauchten, die ihn dabei zeigen, wie er eine solche raucht. Zwar habe er natürlich keine Drogen in seine Schwimmerbrust inhaliert, so Phelps, doch das kann freilich nicht stimmen. Denn wer sich bei sowas fotografieren lässt, der muss wohl ganz dicht sein.
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Tim am Samstag, den
14. Februar 2009

Mit dem heutigen Valentinstag mag man es halten, wie man will. Ich jedenfalls halte mich da seit jeher lieber raus. Angeblich haben wir diesen Tag mehr oder weniger der Blumen- und Grußkarten-Industrie zu verdanken — zwei Wirtschaftszweige, die an jemandem wie mir nicht gerade reich werden. Bis also die Fleischerinnung sich endlich einen eigenen Gedenktag ausdenkt (Sankt Salamitas?), sollte der Fleisch-affine Romantiker zum Valentinstag zumindest auf einen Wurststrauß zurückgreifen. (Vorsicht: Nicht zu verwechseln mit Straußenwurst!)
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Tim am Freitag, den
13. Februar 2009

Jaja, ich weiß. Die Wurst des Monats im Januar bin ich selbst. Ich werde präsentiert von einer Bockwurst mit abgelaufenem Verfallsdatum, denn es war so: Ich hatte zwar Bock, aber ich Wurst hab es solange herausgezögert, bis der Januar abgelaufen war. Also nominiere ich mich nachträglich selbst und gelobe Besserung, indem ich jetzt schon mal die Februar-Wurst vorbereite.
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Tim am Dienstag, den
10. Februar 2009

Oh dear! Selbst den Briten ist unser Schnitzel- und Bratwurst-Verzehr nun schon eine hämische Meldung wert. Die Sache losgetreten hat Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes, in einem Appell anlässlich der Grünen Woche. Wir Deutschen würden viel zu viel Fleisch essen. „Ich empfehle eine Rückkehr zum Sonntagsbraten und eine Orientierung an mediterranen Ernährungsgewohnheiten.“ Gut, da ist sicherlich was dran und solche Gedanken sind auch durchaus nicht neu. Nur geht es diesmal nicht etwa um unsere Volksgesundheit, sondern vielmehr um das Klima. Vor allem Rinder produzieren nämlich bei der Verdauung massenhaft klimaschädliche Abgase. Oder einfacher: Der gemeine Kuhpups bedroht die Zukunft unserer Erde.
Nun wären wir aber nicht das Land der Wurst und das der Dichter und Denker in Nationalunion, wenn nicht ein findiger Deutscher schon eine Lösung parat hätte: Fleischermeister Bolduan aus Aurich erfand nämlich jüngst die erste Fischsalami der Welt. Naa, Herr Troge? Schon mal einen furzenden Fisch gesehen? (Außer vielleicht im Jamba-Monatspaket?) Eben. Da haben wir’s doch. Sonntags Braten, montags Fischwurst. Und für den Rest der Woche finden wir auch noch was.
Nachtrag: Offenbar ist Herr Bolduan nicht der Einzige, der den Titel des Fischwursterfinders für sich beansprucht. Herr Klaus Schleich aus Idar-Oberstein hat seine FiWu angeblich schon 2004 zum Patent angemeldet (siehe Kommentare). Nichts für ungut, ich hab ich nur auf die Welt verlassen. Genaueres müssen dann wohl die Fischgerichte klären.
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Tim am Dienstag, den
27. Januar 2009

Gestern ging die Grüne Woche zu Ende, die internationale Fachmesse für das Fotografieren von Politikern mit Lebensmitteln. Nur hier kann man erleben, wie Wolfang Tiefensee einer Wurst tief in die Augen schaut. Nur hier sieht man Brigitte Zypries mit hessischem Krönchen und Käsekrawattenmann oder lernt, dass Laktoseintoleranz für den Landwirtschaftsminister von Burkina Faso offenbar ein Fremdwort ist.
Wirkliche Innovationen gibt es auf der Häppchenschau jedoch selten zu bestaunen, da ist diese Henkelwust fast schon eine Sensation. Eine Neuheit hat mich dann aber doch erschüttert. Liebe Wurstindustrie – hatte ich Ihnen nicht schon vor Monaten an dieser Stelle zur Produktion von Guevara-Motivwurst geraten? Na? Ja genau, und jetzt sind euch die Kakao-Hansel zuvorgekommen und haben die CheKolade herausgebracht. Hate to say I told you so.
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Tim am Sonntag, den
25. Januar 2009

Du bist heute durch die Hölle gegangen. Und zurück. Du hast 24 Stunden im OP gestanden. Du bist als Präsident vereidigt worden. Du hast den Iron Man gemacht und bist danach zu Fuß nach Hause. Du hast heute die ganze verdammte Bohrinsel alleine geschmissen. In der gühenden Mittagssonne hast du jungen Dingern kostenlose Tennisstunden gegeben. Du hast im Alleingang eine Nazidemo aufgelöst und ein tschechisches Atomkraftwerk vom Netz genommen. An solchen Abenden hast du sie dir verdammt nochmal verdient: Eine eiskalte Dose Blutwurstbrot.
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Tim am Mittwoch, den
14. Januar 2009

Nun ist es soweit: Die große Koalition hat Deutschland das größte und schönste Konjunkturpaket aller Zeiten geschenkt. Doch während Kanzlerin Angela Merkel (siehe Bild, 3. v. l.) ihren Präsentkorb auf allen Sendern lobt, hat die Opposition wieder was zu meckern. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle kritisiert, für den Einzelnen reiche das Steuergeschenk gerade mal, und ich zitiere wörtlich, „für eine Currywurst mit Mayo ohne Pommes“. Entschuldigung, Currywurst mit Mayo? Bestellen Sie sich so was, wenn Sie mit Ihren Parteifreunden mal so richtig über die Stränge schlagen?
Na ja, es ist ja mittlerweile ein politische Gesetzmäßigkeit, dass vermeintlich volksnahe Wurst- und Fußball-Metaphern immer gerade von denen bemüht werden, die offenbar am allerwenigsten Ahnung von sowas haben. Deshalb erkläre ich es Ihnen mal, Herr Westerwelle: Wenn das Geld nicht für Pommes reicht, dann lässt man auch gleich die Mayo weg und bestellt die Currywurst stattdessen mit dem meist kostenlos inbegriffenen Brötchen. Mit dem gesparten Mayo-Geld geht man dann nämlich schnurstracks zum nächsten Opel-Händler und zahlt einen Insignia an.
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Tim am Dienstag, den
13. Januar 2009

Den einfallsreichen und tüchtigen Briten verdankt die Welt zahlreiche wurstige Rezeptkreationen wie etwa toad in the hole oder die variantenreiche sausage casserole. Jetzt haben sich die genialen Ernährungspioniere einem uralten Problem angenommen: Was macht der Eisverkäufer im Winter? Die Lösung ist eine bahnbrechende Erfindung: ein mash cone. Dabei handelt es sich um ein Eishörnchen mit Kartoffelpüree, brauner Sauce, Erbsen und einem Würstchen. Respect to the man in the ice cream van!
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Tim am Montag, den
12. Januar 2009

Weil der Spam offenbar besiegt ist und weil ich heute Geburtstag habe, werde ich mir heute Abend mal was Besonderes gönnen. Vielleicht einen solchen festtäglichen Kronenbraten aus Franfurtern. Ich muss nur noch herausfinden, wie man den stilvoll isst.
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