Tim am Montag, den
3. November 2008

Heute ist der Welttag des Mannes. Und damit auch ein bisschen der Weltwursttag. Denn zwar finden auch Frauen bisweilen durchaus Gefallen an schmackhaften Wurstwaren (siehe Bild oben), mengenmäßig jedoch liegen sie im Geschlechtervergleich weit hinten, wie diese Studie des BMELV belegt. Und der Unterschied ist ja auch durchaus offensichtlich: Männer führen akribische Vergleichstest von Stadionwurst durch, dahingegen hört man nur selten Sätze wie „Neulich bei Robbie Williams hattense sonne feine Curry, ich hab von der Musik kaum was mitbekommen.“ Nicht umsonst sagt man: Frauen kommen von der Venus, Männer kommen gerade vom Metzger.
Ach so: Warum zur Hölle ich dann eine Frau sein will? Dann könnte ich mir jetzt die aktuelle Bild der Frau kaufen und die Hack-Diät machen.
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Tim am Freitag, den
31. Oktober 2008

Die Grillsaison ist vorbei. Zumindest für die Barbecue-Bourgeoisie und alle Schönwettergriller. Für den ambitionierten Sportgriller hingegen beginnt nun die so wichtige Vorbereitung auf die nächste Saison. In den großen Kaderschmieden der Grillsports werden jetzt die Weichen für den kommenden Sommer gestellt. Jetzt zeigt es sich, wer zum engeren Kreis gehört. Mit dem neuen Shirt in der Wurstblog-Boutique kann man nun seine Leistungsbereitschaft offen zur Schau tragen. Das Logo des bekannten Grillsport-Leistungszentrums Thüringen beweist die Zugehörigkeit zur Weltspitze des professionellen Grillens.
Und es könnte noch besser kommen. Längst habe ich neue sensationelle Wurstshirt-Motive vorbereitet. Leider kann ich diese wegen der fiesen Beschränkungen des Anbieters Spreadshirt erst hochladen, wenn ich 10 Shirts verkauft habe. Aktueller Stand: Null. Es ist also noch Luft nach oben.
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Tim am Mittwoch, den
29. Oktober 2008

Gerade stoße ich auf eine schon etwas ältere Pressemeldung, die mich seinerzeit recht kalt gelassen hatte: Der frisch gekrönte Bratwurstkönig übergibt seine Regierungserklärung an den Thüringischen Ministerpräsidenten. Die Erklärung selbst enthält wenig politische Brisanz, ausgenommen vielleicht die Forderung nach der Einführung des Schulfaches “Bratwurstkunde” im Thüringischen Bildungssystem.
Was ich jedoch erst jetzt auf dem etwas verwackelten Foto entdecke, beeindruckt mich dann schon. Man achte auf den Hintergrund: Säulen und Zargen des Regierungssitzes bestehen ganz offensichtlich aus massivem Corned Beef. Respekt, das nenne ich Savoir Vivre!
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Tim am Dienstag, den
28. Oktober 2008

Kaum zu fassen: Die Firma Crunchips hat jetzt Kartoffelchips der Geschmacksrichtung “Döner mit alles” auf den Markt geworfen. (Wirklich wahr.) Als ich das las, habe ich erst gelacht, dann ein bisschen geweint und mich danach gefragt, ob es in Deutschland verdammt nochmal denn auch schon mal Chips mit Wurstaroma gab. Ich könnte mich jedenfalls nicht daran erinnern. Ne ziemliche Schweinerei, wenn Ihr mich fragt.
Im Ausland jedoch gibt es Wurstchips. Aber hallo! Frag nicht nach Sonnenschein. Ich wollte nur mal gaaanz kurz recherchieren, habe mich aber in einen regelrechten Rausch gegoogelt. Hier das Ergebnis meiner Suche. Fazit: Gobal gesehen bin ich chipsmäßig versöhnt.
Pringles German Sausage (Japan)
Golden Wonder Sausage & Tomato (UK)
Tasto German Sausage Flavour (Thailand)
Walker’s Sensation Pan-Fried Sausage & Sage crisps (UK)
Smith’s Australian Sausage Sizzle (Australien)
Tyrell’s Ludlow Sausage with Wholegrain Mustard (UK)
Jack’n Jill Roasted Sausage Flavour Mongkok Style (China)
Doritos Pizza-la Spicy Sausage (Japan)
Walkers Sausage & Heinz Ketchup (UK)
Lays German Sausage Edition (Thailand)
Waitrose Lincolnshire sausage and wholegrain mustard (UK)
Dorito’s Gourmet Sausage (Japan)
Frit-os Chorizo Chipotle (Mexiko)
Moskauer Kartoffelchips & “Geschmäcker der Welt” (Russland)
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Tim am Freitag, den
24. Oktober 2008

Wer als Freund der Wurst seine Gesinnung nach außen tragen will, der kauft große Mengen der kleidsamen Wurstblogshirts. Wer es jedoch etwas dezenter mag oder einfach im Winter nicht mehr im T-Shirt herumlaufen möchte, dem seien die Wurst-Buttons von your-button.de empfohlen. Der wurstophile Geschäftsmann steckt sich dagegen zum Business-Termin vielleicht eher die silberne Thüringer an den Armani-Binder.
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Tim am Mittwoch, den
22. Oktober 2008

Die Wurst des Monats 10/08 ist der Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi. Er wird präsentiert von Zungenwurst der Firma „Unser Norden“. Zur Begründung: Kuranyi ist jemand, dem seine Zunge oft in die Quere kommt. Deshalb hat er nun einmal nur Taten sprechen lassen. War aber auch nix. Und auch sein anschließender verbaler Wiedergutmachungsversuch hat eigentlich alles nur noch peinlicher werden lassen. Immerhin ist er dafür nun als Schöpfer einer neuen Redewendung in aller Munde: Den Kuranyi machen.
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Tim am Dienstag, den
21. Oktober 2008

Es passiert vielleicht im Kreis der Familie. An Omas Geburtstag. Irgendwann platzt es aus dem Jungen heraus: „Ich will keinen Braten! Ich bin Vegetarier!!!“ Betretenes Schweigen. Die Mutter schluchzt leise und Vater fragt sich, was sie falsch gemacht haben. Nur Onkel Erwin hat es angeblich immer gewusst. Man müsse sich den Jungen doch nur mal ansehen.
Schlimm, wenn es jemanden im eigenen Umfeld trifft. Und so unnötigig, denn mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich die Zeichen schon in der frühen Jugend erkennen. Dann wird es Zeit für kindgerechte Literatur wie diese: „Ich will Wurst“ von Doris Lecher. Ich gebe zu, dass ich dieses Buch bisher noch nicht lesen konnte, weshalb die folgende Inhaltsangabe komplett geraten ist:
Der kleine Kater Karli lebt bei seinem griesgrämigen Stiefvater, einem erfolglosen Biobauern, und seiner übellaunigen Stiefmutter (ein seltener Fall von Doppel-Stiefelternschaft). Karli schuftet jeden Tag auf dem Hof: Er muss die Hirse hüten, Dinkel dreschen und Kleie kneten. Eines Tages trifft er Rosti, die Holzkohlegrille. Sie erzählt ihm von einem wundersamen Ding: der Wurst. Ein Essen, das nie verwelkt. Karli erschlägt seine Stiefeltern und macht sich auf die Suche…
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Tim am Montag, den
20. Oktober 2008

Ja, ich gebe zu, es ist keine Wurst. Aber als frischgebackener Vater meines ersten selbstgemachten Mettigels bin ich doch recht stolz auf den kleinen Racker. Ist er nicht süß? Die Augen hat er vom Papa.
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Tim am Freitag, den
10. Oktober 2008

Paul McCartney hat mal gesagt: „Ich esse nichts, was ein Gesicht hat.“ Der Arsch. Solche Leute sind Schuld, dass Motivwurst-Klassiker wie Billie, die lachende Wurst aussterben. Ich war jedenfalls kürzlich den Tränen nah, als ich für ein Foto ein paar Scheiben Billie kaufen wollte, sie aber nirgendwo bekam. Im Supermarkt gibt es allenfalls alberne Bärchenwurst. Oder noch schlimmer: Tigerentenwurst¹. Jedenfalls nichts, was man sich als erwachsener, schwer arbeitender Mann auf sein hartes Brot legen würde.
Also, liebe Wurstmarketingakademieabsolventen, vergesst doch mal den Kinderkram! Denkt doch mal an richtige Zielgruppen: Kraftstrotzende Heranwachsende, die Taschen voller Geld und mit einem unstillbaren Hunger auf bebilderte Wurst. Was wollen die? Bärchen etwa? Nein, die wollen Che Guevara-Wurst mit frischer Paprika und einem Hauch Revolution. Die wollen Weed-Wurst, Emo-Wurst, Porno-Wurst. Bierschinken mit Oettinger-Logo, den man auch mal abends am Hauptbahnhof essen kann.
Jetzt habe ich mich wieder aufgeregt. Wollte ich gar nicht. Bei mir kommt die Wurst-Revolution sowieso zu spät. Lasst mich einfach hier liegen. Mich und Billie.
¹ Wenn Janosch tot wäre, würde er sich vielleicht im Grab umdrehen. Ist er aber nicht. Laut Wikipedia lebt er auf Teneriffa. Es sei ihm gegönnt.
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Tim am Donnerstag, den
9. Oktober 2008

Auf dieser Seite von Kabel 1 kann man derzeit live und rund um die Uhr das Treiben an der Magdeburger Wurstbude Curry 54 beobachten. Da drängt natürlich eine Frage auf: Warum? Ehrlich gesagt: keine Ahnung, aber ich hab es heute mal getan. Und es ist irgendwie … entspannend. Dank zahlreicher Kameras und flächendecked installierter Mikrofone bekommt man alles mit: Dass Mandy ab morgen Diät macht, dass nebenan dieser eine Jeansladen ist, dass die Oma in Kassel wohnt und dass die Haus-Soße die beste ist.
Ganz normale Gespräche eben, wäre da nicht die Sache mit der Unschärferelation: Weil die Leutchen ja wissen, dass Kameras laufen, ist die Natürlichkeit oft verzerrt. Und so bevölkern den Imbiss neben hungrigen Normalmagdeburgern zunehmend auch aufgebrezelte junge Dinger, die sich als Investition in ihre Medienkarriere die wahrscheinlich erste Currywurst ihre Lebens teilen. So weit sind wir also schon: Wenn es mit den Castingshows nicht klappt, lässt man sich halt in der Frittenranch entdecken.
Schön, wenn die Kameras dann irgendwann wieder vergessen werden. Und das werden sie. „Hey, lass uns mal abhauen gleich.“ „Ja. Der will uns irgendwie flachlegen, glaub ich.“ „Boh, da kommt der wieder.“ Herrlich.
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