Sensation am Morgen
Tim am Dienstag, den 6. Juli 2010Wer glaubt schon einem Oktopus?
Wer glaubt schon einem Oktopus?

Kurz nachgetreten: Im Vorfeld des gestrigen Spieles überraschte die englische SUN mit einer völlig neuen Statistik, die beweisen sollte, dass Deutschland im Elfmeterschießen tendenziell eher ne Wurst ist. Nun bin auch ich zufällig ein versierter Hobbystatistiker und habe mal ein wenig nachgerechnet. Das Ergebnis meiner Studien: Wenn man in der regulären Spielzeit mit 1:4 weggeballert wird, ist das Elfmeterschießen von eher zweitrangiger Bedeutung. OK, das mit dem nicht gegebenen Tor war nicht schön. Da sollen ja angeblich so Chips im Ball helfen. Dieses Konzept erschließt sich mir allerdings noch nicht so ganz.
Da eine meiner Lieblingssportarten das späte Aufspringen auf Züge ist, mach ich das jetzt auch mit diesem Flattr. Jetzt muss ich nur noch mal eben erklären, was das ist – und fertig ist der obligatorische “Ich bin jetzt auch bei Flattr und erklär noch mal eben, was das ist”-Artikel. Erstmal die Kurzformel: Flattr ist eine Art freiwilliges Entlohnungs-System für Content-Schaffende im Netz. OK, jetzt fehlt nur noch der legitimierende Link zu Niggemeier und die super-anschauliche Alltags-Metapher und dann haben wir’s auch schon.
Also: Nehmen wir an, ich kaufe jeden Monat eine Wurst – und zwar mit der Absicht, diese zu verschenken. Ich Guter. Die Größe der Wurst bestimme ich selbst. Nun lege ich die Wurst erstmal bis zum Monatsende in die Vorratskammer. (Ja, es ist eine Dauerwurst.) Dann schaue ich mich den ganzen Monat im Netz um, und immer wenn mir etwas gefällt, verspreche ich dem Schöpfer als Anerkennung eine Scheibe von meiner schönen Wurst. Am Monatsende wird dann aufgeteilt. Je mehr Dinge mir gefallen haben, desto dünner werden natürlich die Scheiben. Aber das ist nicht so schlimm, denn jetzt kommt’s: Alle anderen haben auch Würste. Hallelujah!
Natürlich hat das Konzept auch einige offensichtliche Schwächen, aber immerhin ist es ein Anfang, wenn nicht gar für eine Art von Medien-Flatrate, und ich möchte es deshalb mal damit versuchen. Und wenn ich irgendwann doch nicht mehr mag, dann lasse ich es einfach wieder, schreibe den obligatorischen “Warum ich bei Flattr raus bin”-Artikel und freue mich auf die “Hab ich doch gleich gesagt”-Kommentare.
*Bitte hier wahlweise eine Wortspiel-Headline einsetzen: Flattrwochen, Flattrlinge im Bauch, Leichenflattrei, Flattr wird’s nicht, Flattrmaus, Flattrliners, Wenn der wilde Flattr wieder blüht, Ich mach den Flattrmann, Nervenflattrn, Flattrvorhersage, It’s getting flattr all the time, Flattr und der Wolf, Flattrs from Iwo Jima, Robbi Tobbi und das Flattrtüt. Oder ähnliche.
Spargel ist das wohl nervigste Gemüse der Welt. “Rabääh!” werden jetzt einige rufen, “Spargel ist doch strenggenommen gar kein Gemüse.” Und genau das meine ich.
Ich esse Spargel durchaus gerne. Jedoch ist er heutzutage nicht mehr hauptsächlich ein Nahrunsmittel, sondern in erster Linie ein Thema. Schon Mitte Februar halten es die Medien nicht mehr aus und eröffnen die “Spargelwochen”. In den unzähligen TV-Kochshows wird ab sofort nichts anderes mehr zubereitet und die Zeitschriften versprechen auf ihren Titelblättern “10 Dinge über Spargel, die Sie noch nicht wissen.” Was natürlich gelogen ist, weil man ja mittlerweile alles, wirklich alles über Spargel weiß.
Im Supermärkt setzt sich der Spargelwahn fort: Auf nahezu allen Artikeln, vom Harzer Käse bis hin zum Putzschwamm, prangt ein deutlicher Hinweis, wie vorzüglich dieses Produkt doch zu Spargel passe. Nur bei Wurst habe ich so eine Empfehlung noch nie gesehen. Was mit dem obigen Bild hiermit nachgeholt ist.
Zum Abschluss vielleicht dann noch ein kleiner Vers, der mir beim Verfassen neuer Wurstschüttelreime eingefallen ist. Leider hat er nichts mit Wurst zu tun, aber hier passt er (vermeintlich) ganz gut:
Menschen, die an Haargel sparen
erkennt man an der Spargel-Haaren.
Würstchen im Schlaf rockt. Aber auch sonst. Krautrock ist da nur die Beilage. Kurzum: Nicht zu Unrecht sind Fleischwaren und Rockmusik seit jeher untrennbar miteinander verbandelt. Deshalb hier meine Top10 der größten Wurstrock-Bands.
Da das Wetter noch immer zu Wünschen lässt, ist wohl auch dieses Wochenende Essig mit Grillen. Aber wer wird den gleich in die Luft gehen? Früher war auch nicht alles besser, aber da hat man sich wenigstens noch was einfallen lassen. Ein schönes Sülzkotelett und ein kühles Dortmunder Bier – da geht auch in den eigenen vier Wänden die Sonne auf. In diesem Sinne: Schönes Wochenende!
Das Bild stammt übrigens aus meiner umfangreichen Sammlung von antiquarischen Fleisch- und Wurstkochbüchern. Mehr aus diesem speziellen Werk gibt es hier zu sehen.
Wurst ist in aller Munde. Mit dieser schaurig staubigen Formulierung aus der Klamottenkiste mittelständischer Sommerfest-Rethorik möchte ich diesen Text über neue und alte Medien eröffnen. Warum auch immer. Neue Medien – dazu zählt mancher noch heute das Internet, also das Trägermedium dieses Blogs. Und der hat in der letzten Zeit ein wenig Aufmerksamkeit durch die klassischen Medien erfahren. Anlass genug für einen kleinen Vergleich. Gezählt werden die mutmaßlich aus der Nennung resultierenden Besucherzahlen.
Die (zugegeben beiläufige) Erwähnung in einem (zugegeben marginalen) Artikel in der Süddeutschen Zeitung brachte zumindest überhaupt keinen erkennbaren Anstieg der Nutzerzahlen. Print verliert. War klar. Erfolgreicher war da schon das Radio. Die Nennung in diesem hübschen Wurst-Beitrag im Deutschlandradio brachte am Tag der Ausstrahlung immerhin geschätze 200 Zugriffe:
Wurst im Radio – Deutschlandradio Neonlicht
Klarer Sieger im großen Vergleichstest der Medien ist jedoch das Feature beim Internet-TV Ehrensenf, das dem Wurstblog in den ersten Tagen ca. 1500 zusätzliche Besucher bescherte. Fazit also: Epic win for teh interwebz!!!1 Ja, natürlich ist die Erhebungsmethode unwissenschaftlich, ungenau und unfair, und man könnte jetzt wieder mit den Äpfeln und Birnen anfangen, aber – come on – dies hier ist ein Blog über Wurst. Und zumindest interessant ist es doch, oder? Na ja, stimmt: Geht so. OK, dann mal zurück zum Kernthema.