Jetzt gibt’s Beef!

Da liegt es, an der Tankstellenkasse: Ein Heft, auf dessen Titelseite riesenhaft rohes Fleisch prangt. Der Titel des Magazins lautet Beef!. “Ach, und das hier noch”, höre ich mein Rückenmark sagen. Gekauft.
Zuhause sehe ich genauer hin und gelange zu verschiedenen Erkenntnissen. Die erste: Ich habe gerade 10 Euro für eine Zeitschrift ausgegeben. Ziemlich schnell geht mir auch das Heftkonzept auf. Beef! hat erkannt, dass Männer heute nicht mehr nur mit technischen Gerätschaften oder edlen Eisenwaren protzen, sondern auch mit einer hochwertigen Küchenausstattung und fundierten Kenntnissen vom Umgang damit. Kurz: Beef! richtet sich an Männer, die gerne kochen. Wobei gerne nicht unbedingt gut heißen muss, solange die Zutaten erlesen, die Werkzeuge teuer und die Gerichte irgendwie männlich anmuten.
Gleich auf den vorderen Seiten stoße ich dann auch auf das geradezu groteske Rezept für eine Käse-Wurst-Torte (Aus Schimmelkäse, Bratwurst und Eiern!) Dazu empfiehlt Beef! ein Bier. Ach was. Im Folgenden werden dann so ziemlich genau die Themen abgehandelt, die man erwarten darf: Die Suche nach dem besten Steak der Welt, eine Fotostrecke über ebenso scharfe wie teure Messer, ein Wein-Einmaleins und schließlich die Antwort auf die Frage, ob man Frauen “ins Bett kochen” kann. Aber ist damit nicht schon das Pulver verschossen? Was wollen die denn dann noch in der 2. Ausgabe bringen? OK, vielleicht den besten Fisch der Welt, eine Fotostrecke über ebenso heiße wie teure Pfannen, ein Whiskey-Einmaleins und die Antwort auf die Frage, ob Austern wirklich potent machen. Und dann?
Fazit: Beef! liest sich wie eine Mischung aus den Food-Seiten von Men’s Health und “Ein Mann ein Buch”. Zugegeben, es ist voll von schönen Bildern und guten Ideen, aber von diesem allzu bierernsten Emulgat aus Testosteron und tierischem Eiweiß habe ich irgendwie schon nach dem ersten Heft genug. Ich bleibe weiterhin beim meatpaper, das ich seit einiger Weile abonniert habe. Dort kommen sogar auch Frauen zu Wort, ohne dass sie zunächst ins Bett gekocht worden wären. Aber dazu vielleicht später mehr.
