Besonders wertvoll
Es passiert vielleicht im Kreis der Familie. An Omas Geburtstag. Irgendwann platzt es aus dem Jungen heraus: „Ich will keinen Braten! Ich bin Vegetarier!!!“ Betretenes Schweigen. Die Mutter schluchzt leise und Vater fragt sich, was sie falsch gemacht haben. Nur Onkel Erwin hat es angeblich immer gewusst. Man müsse sich den Jungen doch nur mal ansehen.
Schlimm, wenn es jemanden im eigenen Umfeld trifft. Und so unnötigig, denn mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen sich die Zeichen schon in der frühen Jugend erkennen. Dann wird es Zeit für kindgerechte Literatur wie diese: „Ich will Wurst“ von Doris Lecher. Ich gebe zu, dass ich dieses Buch bisher noch nicht lesen konnte, weshalb die folgende Inhaltsangabe komplett geraten ist:
Der kleine Kater Karli lebt bei seinem griesgrämigen Stiefvater, einem erfolglosen Biobauern, und seiner übellaunigen Stiefmutter (ein seltener Fall von Doppel-Stiefelternschaft). Karli schuftet jeden Tag auf dem Hof: Er muss die Hirse hüten, Dinkel dreschen und Kleie kneten. Eines Tages trifft er Rosti, die Holzkohlegrille. Sie erzählt ihm von einem wundersamen Ding: der Wurst. Ein Essen, das nie verwelkt. Karli erschlägt seine Stiefeltern und macht sich auf die Suche…


Am 22. Oktober 2008 um 13:47 Uhr
Servus Tim,
aus gegebenem Anlaß, habe ich mal nach dem tatsächlichen Inhalt geforscht… muß ja schon mal nch pädagogisch wertvollen Kinderbüchern Ausschau halten ;-) will ja nicht das der Junge auf die vegetarisch schiefe Bahn gerät!
Also zur verbessserung der Allgemeinbildung und für die Kaufentscheidung:
«Ich will Wurst» ist eine lebensnahe Bilderbuch-Geschichte über eine Katzenfamilie, die ein Picknick beim Grünen Stein machen will. Doch was alles so ganz friedlich und idyllisch anfängt, endet schon bald darauf wegen eines Wutanfalls von Timmy Tigerkind. Und dies nur, weil die Familie Katz die Würste zum Braten vergessen hat.
Um allen zu beweisen, dass auch klein Timmy Mut besitzt, macht er sich ganz allein auf den Weg, um seine heiss geliebten Würste zu bekommen…
Am 22. Oktober 2008 um 19:49 Uhr
Ach, guck: Da lag ich doch fast richtig. Gut, er erschlägt seine Eltern nicht. Aber so was trauen sich die Schreiber ja heutzutage nicht mehr. Früher, in den guten alten Märchen, da wären die alle vergiftet oder aufgeschlitzt worden und der kleine Timmy hätte auf den Gräbern Lambada getanzt. … Nee, nicht Lambada … diesen Tanz halt, den die in Märchen immer tanzen.
Äh, ja. Hallo Eva! Danke für die Recherche. Jetzt bitte alles schnell wieder vergessen, damit das Geschenk auch eine Überraschung wird.