Knapp am Pferd vorbei

Tim am Montag, den 11. März 2013

Symboldbild: Pferd & Wurst

In Lasagne, in Gulasch, in Hackbällchen – in vielen Fleischprodukten wird dieser Tage Pferd gefunden, nicht aber in Wurst. Und zwar deshalb, weil man dort aus gutem Grund gar nicht erst sucht. Pferdefleisch ist ja auch gar nichts Schlimmes und man ist sich einig, dass es bei den betroffenen Produkten nicht etwa Probleme mit falschen Zutaten gibt, sonden lediglich mit falscher Kennzeichnung. Eigentlich wollten die Hersteller nämlich auf ihre Packungen erst so etwas draufschreiben wie «Original Italienische Pferdelasagne „Il Cavaliere“» oder «Gemischtfleischeintopt „Arche Noah“», haben sich dann aber im letzten Moment doch irgendwie vertan.

Deutlich schwieriger für den Verbraucher wird es allerdings dann, wenn Pferdefleischprodukte zwar korrekt, aber missverständlich benannt sind. Oft ist es nur ein einziger Buchstabe, der den kleinen Unterschied in der Rezeptur verrät. Hier zehn Formulierungen, auf die Sie beim Einkauf künftig besonders achten sollten:

  • Original Wieher Würstchen
  • Babynahrung “Erbsen & Mähren”
  • Thüringer Rossbratwurst
  • Schwäbische Gaultaschen
  • Schaschlik mit Zigeunerzosse
  • Ganze oder Halbblutwurst
  • Qualität von der Firma Wiesenhuf
  • Feuriges Chili mit Totilas
  • Echter Westfohlen-Schinken
  • Frankfurter Räppchen mit Kraut

Boba und Fett

Tim am Dienstag, den 16. Oktober 2012

Der Wurst-Trend 2012: Bubble-Teewurst

Mensch, diese Trendgetränke immer. Da bin ich gerade erst von Smoothies auf Chai Latte umgestiegen, schon ist Blasentee in Mode. (Auf Englisch Bubble Tea.) Und während auch dieser Trend schon bald vom nächsten abgelöst werden wird (hoffentlich mal irgendwas mit Bier oder so), hat die Fleisch verarbeitende Industrie den Zug mal wieder verpasst. Es wäre so einfach gewesen.

Streueroase

Tim am Montag, den 5. März 2012

Die Innovation des Jahres: Fleisch im Streuer - Speck oder Rinderhack

Wir haben zuhause eine wirklich schöne Salz- und Pfeffermühle, die nur leider fast nie benutzt wird. Denn zuhause koche ich selbst und ich pflege meine Speisen meinem eigenen Geschmack gemäß stets wohlgesalzen und gebührlich gepfeffert zuzubereiten. In Gaststätten verwende ich im allgemeinen auch keine Streuwürze, denn den dort ansässigen Streuern mit unerschütterlichem Sediment von verdichtetem Pfeffer-Feinstaub oder gelblich schimmerndem Urzeit-Salz mit Einschlüssen von antiken Reiskörnern traue ich eine Verbesserung des Essens meist nicht zu.

Was ich mir jedoch zur Verfeinerung so manchen Gerichtes des öfteren wünsche, ist auf keinem noch so üppig gedeckten Tisch zu finden: Der Fleischstreuer. Dabei liegt das doch auf der Hand. Wenn man etwa versehentlich einen Salat bestellt hat, wenn man bei Vegetariern eingeladen ist oder einfach das Mittagsmahl wieder einmal nicht herzhaft genug ist, dann möchte man schnell und unkompliziert nachfleischen. Mit feinen Speckwürfeln oder geröstetem Rinderhack zum Beispiel. Aber da die Gastronomieindustrie solch elementaren Bedürfnissen gegenüber die Augen verschließt und stattdessen lieber solchen Unsinn wie Essigsprüher produziert, existieren die oben abgebildeten Fleischstreuer nur in einer limitierten Wurstblog-Auflage von zwei Stück. Verrückte Welt.

Es darf eine Schreibe mehr sein

Tim am Montag, den 31. Oktober 2011

Einfallslosigkeit im Blätterwald: Die universelle Wurst-Überschrift

Via: Frankfurter Allgemeine, WELT, ZEIT,  Berliner Zeitung, tazSpiegel Online, Süddeutsche Zeitung, SternAugsburger Allgemeine, BILD, ExpressDer Tagesspiegel, Rheinische Post, Neue Westfälische, Hamburger Abendblatt, Badische Zeitung, Frankfurter Rundschau, uvm.

So, jetzt muss ich hier aber wirklich mal den Niggemeier machen. Tag für Tag machen sich nämlich redliche Metzgersleute in ganz Deutschland mit all ihrer Liebe ans Werk, bei Innung und Kundschaft gleichermaßen mit alleredelsten Wurstwaren zu glänzen. Und dann gibt es da noch die feinen Herren Journalisten, die sich am späten Vormittag trantütig aus den Federn hieven, um ihrem trostlosen Tagwerk nachzugehen und nach eigenem Gutdünken über die Leistungen Anderer zu berichten.

Wenn nun ein Journalist seinem Auftragszettel entnimmt, dass er abermals darüber zu berichten habe, wie beim Fußball eine Mannschaft gegen eine andere Mannschaft gewonnen hat, ist er auf einen Schlag hellwach. Urplötzlich bricht kreative Geschäftigkeit aus und der Reporter schwingt sich zu sprachlichen Höchstleistungen auf. Da wird dann pomadig Beton angerührt und humorlos gegen den Ball gearbeitet, dass es eine rechte Art hat.

Soll der Schreiber sich aber einem Thema widmen, das auch nur im Entferntesten mit Wurst zu tun hat, legt er sich erstmal wieder hin. Denn den schwierigsten Teil seines Textes, die Überschrift, hat er bereits im Sack. Schließlich klingen ihm die Worte seines Publizistikprofessors noch deutlich im Ohr: „Bei Texten, die längliche Fleischerzeugnisse thematisieren, ist in jedem Fall die Standard-Überschrift «Es geht um die Wurst» zu verwenden. Dieser Gebrauch einer redensartlichen Metapher im Wortsinne ist absolut tongue-in-cheek und twinkle-in-the-eye und deshalb die bestmögliche Headline. Versuchen Sie erst gar nicht, eine bessere zu finden. Im Übrigen könnten Sie sich damit auch strafbar machen, denn in vielen Bundesländern ist der Einsatz dieser Überschrift mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben.“

Wurstblog prangert diese Praxis an! Die bereits erwähnten redlichen Menschen des goldenen Fleischerhandwerks verdienen nun wirklich etwas besseres, als mit journalistischem Einheitsbrei abgespeist zu werden. Eine bessere Überschrift ist möglich! Ich glaube fest daran und möchte deshalb den letzten rebellischen Redakteuren des Landes folgende spontane Beispiele ermutigend an die Hand geben:

ZWISCHEN ALLEN ZIPFELN IST KUH.
Nicht nur am Main wird die Frankfurter Rindswurst immer polpulärer.

RÄUBER UND GENDARM.
Wie kriminelle Wurstfabrikanten mit manipuliertem Erbgut experimentieren.

HÄSCHEN IN DIE GROBE.
Wildbratwurst von Bernd Fleischer gewinnt internationale Auszeichnung.

LEBER LIEBER UNGEWÖHNLICH.
Apfel, Chili, Ingwer – wie die Leberwurst ein Comeback schaffen will.

DIE NÜRNBERGERPROZESSE.
EU-Gerichtshof überprüft Herkunftsbezeichungen von Wurstspezialitäten.

 

Ferien hinter der Telefonsäule

Tim am Montag, den 22. August 2011

Bin zurück aus dem Urlaub. Und hier wie jedes Jahr ein kleines wurstoides Mitbringsel – diesmal jedoch kein Foto, sondern eine Audiodatei.

Radio-Spot “Curry N°1″ (Lanzarote)

Reisen bildet eben. Und so habe ich gelernt: Auf dem deutschsprachigen Sender Radio Atlantis wird auf Lanzarote mehrmals täglich auf Witzberlinerisch eine Wurstbude hinter einer Telefonsäule angepriesen. Ich kann den Spot inzwischen auswendig aufsagen – extra für euch habe ich ihn aber einmal mitgeschnitten.

Carnivor in Rio

Tim am Dienstag, den 19. Juli 2011

Cocktails ohne Alkohol. Dafür mit Wurst

Die Urlaubszeit steht an und alle träumen von Sonne, Strand und Kurzgebratenem. Und da auch der Wurstblog in Kürze Urlaub macht, hier zur Einstimmung schon mal ein visueller Vorgeschmack auf die exotischen Köstlichkeiten entlegener All-Inclusive-Paradiese. Womit dann auch ein für allemal geklärt wäre, worum die Cocktailwürstchen Cocktailwürstchen heißen. Lasst es euch gut gehen!

Pauschalspeisen

Tim am Sonntag, den 5. Juni 2011

Kotelett de Mar - Ansichtkarte aus einem antivegetarischen Urlaub

Die Urlaubszeit steht vor der Tür und wie jedes Jahr fragen wir uns: Wohin? Wurstblog hilft. Hier die Top 10 der unvegetarischsten Urlaubziele:

  1. Kotelett de mar
  2. Drei-Lenden-Eck
  3. Entrecôte d’azur
  4. Hackapulco
  5. Die Carnaren
  6. Schinkenspickeroog
  7. La Rehmedaillon
  8. Jameica
  9. Salami de Compostela
  10. Mecklenseer Burgerplatte

EHEC: Leben nach der Gurke

Tim am Samstag, den 28. Mai 2011

Nicht nur wegen EHEC: Wurst ist die neue Gurke.
Bildvorlage: Daniela Vladimirova

Ich hab vor dem Zeug ja immer gewarnt! Unhandliche Länge, besteht zu 90% aus Wasser und ist nur in diesem unschönen Grün erhältlich – so was kann doch nicht gesund sein. Und jetzt ham wa den Salat. EHEC. Millionen Schweine, Rinder und Hühner atmen auf – endlich sind sie mal nicht schuld. Die Gurke war’s. Die Bevölkerung reagiert gebührend hysterisch, wenn auch ein wenig ungeübt, denn Angst vor Gemüse ist zwar nichts neues, aber zumindest mal was anderes.

Wurstblog rät jedoch zur Besonnenheit. Ein Leben ohne Gurken ist möglich. Gerade das wässrige Langgemüse lässt sich hervorragend mit Wurst substituieren, nicht nur wegen der Form. Ich sag nur: Wurstsalat. Und auch im Bereich der Schönheitspflege wird niemand die Gurke vermissen, der erst einmal eine reichhaltige Wurstmaske ausprobiert hat. Also: Alles halb so wild.

Tee V Spot

Tim am Sonntag, den 15. Mai 2011


 

Zu den ganz großen Klassikern der Wurstwerbung zählt ohne Frage dieser TV-Spot für Rügenwalder Teewurst. Nur fand ich damals, naßforsch wie ich seinerzeit noch war, bei Darstellern und Schauplätzen gebe es noch Optimierungspotenzial. Und da ich während meiner Ausbildung Zugriff auf einen Schnittplatz (U-Matic!) hatte, habe ich die Tonspur mit Szenen aus “Desperado” mit Antonio Banderas neu bebildert. Nun, 15 Jahre später,  habe ich dieses wurstige Frühwerk wiedergefunden und durch Digitalisierung vor seinem Verblassungstod auf der VHS-Kassette gerettet. Die Qualität ist leider entsprechend schlecht. Nach der gleichen Methode habe ich damals übrigens auch das hier gemacht. Ohne Wurst, aber auch spaßig.

Doppelstunde Aspik

Tim am Montag, den 9. Mai 2011

Heutzutage lernen die Jugendlichen in der Schule doch nichts Anständiges mehr! Die Zubereitung herzhafter Mahlzeiten zum Beispiel kommt auf dem Lehrplan überhaupt nicht mehr vor. Und so müssen die jungen Leute das Kochen auf der Straße lernen. Oder noch schlimmer: Im Fernsehen, bei diesen überkandidelten Showköchen. Da ist es dann natürlich kein Wunder, dass man aggressiv wird und Omas die Handtaschen klaut, wenn man sich nur von gedämpftem Oktopus und Blauschimmelpolenta ernährt.

Früher war alles besser. Zumindest hatte ich den Eindruck, als ich mal wieder ein paar Seiten aus meiner Sammlung historischer Kochbücher auf den Scanner legte. Das Dr Oetker Schulkochbuch von 1963 zeugt von der guten Zeit, als noch Sülzkotelett und Herrentorte auf dem Stundenplan standen und man auf den Fluren der Lehranstalten Sätze hörte wie “Kann ich bei dir Mett abschreiben?” oder “Ich muss noch Zunge pauken. Morgen ist mündliche.”

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